Wie es ist, sich der ONE Challenge zu stellen – Ein Interview mit vier Teilnehmern

GO: Hey, willkommen zusammen!
Heute geht’s um etwas, das eigentlich ganz einfach klingt, aber richtig viel bewirken kann – nämlich das Evangelium jeden Tag mit jemandem zu teilen.
Wir haben mit Werner, Avi, Niklas und Paula gesprochen, die genau das zu ihrem Alltag gemacht haben.
Wir schauen uns an, wie sie gestartet sind, was sie dabei gelernt haben und warum sie denken, dass du das auch hinkriegen kannst.

Frage 1:

Moderator: Fangen wir mal ganz von vorne an. Avi, was genau ist die ONE Challenge?

Avi: Es ist eigentlich ganz einfach – teile das Evangelium jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat mit einer Person. Das war’s. Klingt simpel, fast so wie „Lauf einen Marathon“ – aber wer schon mal einen gelaufen ist, weiß: simpel heißt nicht automatisch leicht.

GO: Was daran ist so herausfordernd?

Paula: Es geht nicht nur darum, zu sprechen. Es geht darum, mit Gott zu leben, sich jeden Tag auf Ihn zu verlassen, sich den eigenen Ängsten zu stellen und den Blick weg von sich selbst hin auf die Menschen um einen herum zu richten. Das erfordert Mut.

Werner: Es geht dabei nicht darum, etwas zu leisten, sondern darum, gehorsam zu sein – und es lohnt sich. Jesus sagt in Matthäus 10,32: „Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ Das gibt mir immer wieder neue Motivation.

Frage 2:

GO: Was hat euch überrascht, als ihr angefangen habt?

Niklas: Ich wünschte, ich hätte einen „Notfallplan“ gehabt. An manchen Tagen hatte ich einfach keine Lust dazu. Also habe ich mir einen Plan B ausgedacht: Wenn ich tagsüber niemanden getroffen habe, habe ich mich in eine Dating-App eingeloggt, um mit gelangweilten Leuten online Gespräche über das Evangelium anzufangen.

Avi: Für mich war es die Idee der Beharrlichkeit. Ein paar Tage zu verpassen, fühlte sich wie ein Versagen an, und es war schwer, wieder anzufangen. Aber bei dieser Herausforderung geht es nicht um Perfektion – es geht darum, für Gott verfügbar zu sein, damit er dich gebrauchen kann.

Paula: Ich hätte nicht gedacht, dass es mich Jesus so sehr näherbringen würde. Jede Begegnung brachte mich seinem Herzen näher. Es ist, als würde man jeden Tag mit seinem besten Freund zusammenarbeiten.

Frage 3:

GO: Lasst uns über euren Werdegang sprechen. Manche Menschen denken vielleicht, dass sie „nicht der Typ“ sind, um über ihren Glauben zu sprechen. Was sagt ihr dazu?

Werner: Früher habe ich nach Ruhm gestrebt und mich mit Rockstars abgegeben. Dann hat mich jemand auf der Straße angesprochen und mir von Jesus erzählt. Dieser eine Moment hat mein Leben verändert. Als ich zum ersten Mal davon hörte, täglich das Evangelium zu verkünden, hielt ich das für verrückt. Aber Gott hat es mir durch Gebete und andere Menschen bestätigt – und jetzt ist es ein Teil von mir.

Avi: Ich bin Zimmermann und liebe Sport. Ich bin zwar kontaktfreudig, aber das war trotzdem eine Herausforderung täglich jemanden von Jesus zu erzählen. Was mir geholfen hat, war die Erkenntnis, dass ich mir mehr als nur Evangelisations-Veranstaltungen wünschte – ich wollte, dass es Teil meines Alltags wird mit den Menschen, denen ich begegne über meinen Glauben zu sprechen.

Niklas: Ich bin das Gegenteil – ruhig, introvertiert. Früher fiel es mir sogar schwer, mit Freunden zu sprechen. Aber Gott begegnete mir in einer dunklen Zeit und sagte: „Ich liebe dich, komm so, wie du bist.“ Diese Liebe hat alles verändert. Auch wenn ich immer noch mit Ängsten zu kämpfen habe, weiß ich jetzt, dass Gott mich gebraucht.

Paula: Ich bin Ergotherapeutin in einem Krankenhaus und halte nichts von Small Talk. Aber ich liebe tiefgehende Gespräche. Anfangs fiel es mir schwer, konsequent zu sein, aber dann legte Gott mir aufs Herz, für jeden neuen Patienten zu beten. Das wurde mein Ausgangspunkt – und ich habe es nie bereut.

Frage 4:

GO: Jeden Tag seinen Glauben mit einer Person zu teilen, kann herausfordernd sein. Wie bleibt ihr motiviert?

Avi: Ich habe zusammen mit einem Freund angefangen. Wir haben uns gegenseitig zur Rechenschaft gezogen und sind gemeinsam rausgegangen. Diese gegenseitige Unterstützung hat den entscheidenden Unterschied gemacht.

GO: Klingt so, als würde das Buddy-System funktionieren?

Paula: Das stimmt wirklich. Jesus hat die Menschen aus gutem Grund zu zweit los geschickt. Man kann gemeinsam Gespräche nachbesprechen, reflektieren und als Team wachsen.

Niklas: Und man ist nie wirklich allein. In Apostelgeschichte 1,8 steht, dass der Heilige Geist uns befähigt, seine Zeugen zu sein. Wenn ich das nicht spüre, bete ich und vertraue darauf, dass er sich zeigen wird – und das tut er auch.

Frage 5:

GO: Was sind einige beeindruckende Momente, die ihr erlebt habt?

Niklas: Ich traf einen Mann, der sieben Jahre lang unter Satans Einfluss stand und drogenabhängig war. Ich erzählte ihm, dass Jesus ihn befreien kann – und genau in diesem Moment gab er sein Leben Christus. Man konnte richtig sehen, wie Frieden über ihn kam.

Werner: Einmal sprach ich eine junge Frau an, die als Prostituierte lebte und viele Traumata hinter sich hatte. Als ich ihr von der Liebe Jesu erzählte, sagte sie, sie habe gespürt, wie eine große Last von ihr abfiel. Genau deshalb tue ich, was ich tue.

Paula: Ich habe in einem Zug für eine Frau mit Rückenschmerzen gebetet. Ihre Schmerzen verschwanden sofort. Später erfuhr ich, dass sie an diesem Tag ihr Leben Christus übergeben hatte – und seitdem geht es ihrem Rücken gut. Ihr Gesicht strahlte vor neuer Hoffnung.

Frage 6:

GO: Wie hat sich die ONE-Challenge auf euren Glauben ausgewirkt?

Werner: Es war richtig spannend! Jeder Tag fühlt sich wie ein neues Abenteuer mit Gott an. Ich bin empathischer geworden, weil ich gesehen habe, wie sehr die Menschen Jesus brauchen. Das macht mich demütig und gibt mir gleichzeitig neue Kraft.

Avi: Früher hatte ich Angst, aber die ist inzwischen verschwunden. Heute sehe ich Evangelisation nicht mehr als Druck, sondern als Zusammenarbeit mit Gott. Ganz ehrlich – es macht süchtig, und zwar auf die beste Art.

Paula: Ich habe aufgehört, Evangelisation als „Pflicht“ zu betrachten. Jetzt ist sie Teil meiner Persönlichkeit. Je mehr ich davon erzähle, desto tiefer wird mein Glaube. Es ist ein wunderbarer Kreislauf.

Frage 7:

GO: Welchen Rat würdet ihr jemandem geben, der Schwierigkeiten hat, damit anzufangen?

Avi: Wenn ich mal keine Lust habe, bitte ich Gott einfach, mir zu zeigen, wie er die Situation sieht. Das hilft immer.

Paula: Nutze die verfügbaren Hilfsmittel – Schulungen, Erfahrungsberichte, alles, was dir hilft, den ersten Schritt zu machen. Niemand beginnt als Meister der Evangelisation. Man fängt einfach an.

Niklas: Und wenn du eine Pause gemacht hast, fang einfach wieder an. Mach dir keine Vorwürfe. Gottes Gnade ist genug – und sein Auftrag bleibt bestehen.

Frage 8:

GO: Mal ehrlich – manche Tage sind einfach hart. Aber warum eigentlich?

Niklas: Ich habe immer noch Ängste und will manchmal Menschen aus dem Weg gehen. Aber wenn ich mich überwinde, treffe ich meist genau die Person, die Gott für mich vorgesehen hat.

Avi: Wir suchen oft nach Ausreden oder denken zu viel nach. Aber ich habe gelernt, nicht jedem meiner Gedanken zu glauben. Stattdessen habe ich mich entschieden Gott zu vertrauen.

Paula: Angst, Ausreden, vergangene Misserfolge – all das ist ganz normal. Aber das Evangelium ist es wert, dass wir uns über diese Dinge hinwegsetzen. Und Gott ist treu und begegnet uns in unserer Schwäche.

Frage 9:

GO: Abschließende Gedanken?

Werner: Es beginnt mit einer Entscheidung: „Ja, Herr, ich werde gehen.“ Von da an übernimmt Gott die schwere Arbeit. Sei einfach bereit.

Avi: Lass deine Geschichte sprechen. Gott hat sie dir aus einem bestimmten Grund gegeben.

Niklas: Wenn Gott jemanden wie mich gebrauchen kann, kann er dich ganz sicher auch gebrauchen.

Paula: Es geht nicht darum, perfekt zu sein – es geht darum, bereit zu sein. Das ist alles, was Gott braucht.